The Chronic Poverty Report 08/09 and our Challenges
Der aktuelle Chronic Poverty Reoprt 2008-2009 (erscheint alle 3-4 Jahre) des Chronic Poverty Research Centers beschäftigt sich mit der Erreichung der MDG's (Millennium Development Goals), ihrer Umsetzung und Analyse in sämtlichen Länern - allerdings mit einer Besonderheit: Ausgangspunkt der Analyse ist nämlich die jeweilige Community bzw. der oder die konrete Arme, und nicht etwa eine jeweilige Nation. Dies bietet etwa den Vorteil geografische Gegebenheiten und ihre Auswirkungen auf die regionale Armut besser erkennen zu können. Weiter gedacht, eröffnet es die - weltbürgerliche - Perspektive supranationaler Entwicklungsstrategien (Programme), anstatt der jahrzehntealten Fixierung innerhalb (zumeist mehr oder minder fiktiver) Staatsgrenzen.
Dazu biete ich hier folgenden kurzen aber umso mehr interessanten Artikel von Mr. Salil Jetty (aus: European Journal of Development Research (2009) 21, 157–158. doi:10.1057/ejdr.2008.15) zum Download an. Dieser Herr ist der Direktor der UN- MDG Campaign und kommentiert darin den oben genannten Report.
Hier die wesentlichen Punkte des Reports und des Kommentars:
- Armut hat, lt. Report, hauptsächlich 5 Gründe: Insecurity, Limited Citizenship (also politischer Zugang und Rechte), Spatial Disadvantage, Social discrimination, Poor work opprtunities. Es ist hier interessant, dass internationale Handlesbeziehungen, asymmetrischer Rechtszugang, Kreditkonditionalitäten, (Staats-)Verschuldung und ähnliches NICHT genannt werden... Dadurch wird auf einer rhetorisch-diskursiven Ebene die durchaus gemeinsame Verantwartung auf die armen Länder selbst übertragen. Dies soll nur mal festgehalten sein.
- Auch wenn es insbesondere in den manipulierten und manipulativen Mainstreammedien des Westens nicht genannt wird, so gibt es doch gerade in einigen afrikanischen Ländern zahlreiche Erfolge. Folgende Länder werden gleich mehrere, tw. fast alle, oder zumindest deutliche Fortschritte im Erreichen der MDG's schaffen:
Uganda, Tanzania, Kenya, Rwanda, Mozambique, Ethiopia, Zambia, Ghana, Malawi, Mali, Burkina Faso und Senegal (die gehören zu den LLDC'S - den ärmsten Staaten der Welt).
- Ein besonderes Beispiel ist Brasilien: Hier werden offenbar alle MDG's erreicht, dennoch - oder gerade deswegen? - ist Brasilien eines der Länder mit der allerhöchsten Ungleichheit, asymmetrischen Gesellschaftsstruktur, was dazu führt, dass dennoch Millionen Menschen (va. im Norden) in Armut bleiben.
- Salil Jetty nennt weiters folgende generelle Gründe für chronische und perpetuierende Armut:
"Historical factors that cause inequality, in my view continue to be perpetuated by three
interrelated factors: (i) the policy and budgetary choices governments make including the growth model, (ii) societal choices leading to discrimination and exclusion of social groups based on religion, region, caste, gender and so on and (iii) the behaviour and practice of
governance institutions.
Auf Grund meiner eigenen Studien möchte ich unbedingt einen weiteren Punkt dazufügen: Das gewählte Geldsystem eines Landes (Geld als Ware oder als gesetzliche Institution, sowie dessen Schöpfungsmechanismus) - dieser Punkt wird und wurde leider bis heute sogar von der Entwicklungsökonmie vernachlässigt, obwohl Fragen der Verschuldung, des Zinses, der Steuern, der Zölle, etc. direkt darauf aufbauen!
- Um es kompliziert zu machen: Die MDG's haben die volle Gültigkeit analog zu den Menschenrechten. Sie gelten uneingeschränkt für jeden. Dies is ein (radikal-)demokratischer Ansatz, dennoch ist empirisch feststellbar, dass (semi-)autoritäre Staaten wie Vietnam oder Äthiopien durchaus positivere Resultate bei der Umsetzung der MDG's erreichen als demokratische. Warum also ist die Demokratie nicht nur wenig ausreichend ungleichheitsbekämpfend, oftmals sogar ungleichheitsfördernd? Dies berührt und fordert die Menschenrechte direkt heraus... Jetty nennt dies eine der wichtigsten Fragen der Gegenwart! (1)
Die UN- MDG's bestehen aus:
The eight MDGs break down into 21 quantifiable targets that are measured by 60 indicators.
* Goal 1: Eradicate extreme poverty and hunger
* Goal 2: Achieve universal primary education
* Goal 3: Promote gender equality and empower women
* Goal 4: Reduce child mortality
* Goal 5: Improve maternal health
* Goal 6: Combat HIV/AIDS, malaria and other diseases
* Goal 7: Ensure environmental sustainability
* Goal 8: Develop a Global Partnership for DevelopmentThe MDGs:
* synthesise, in a single package, many of the most important commitments made separately at the international conferences and summits of the 1990s;
* recognise explicitly the interdependence between growth, poverty reduction and sustainable development;
* acknowledge that development rests on the foundations of democratic governance, the rule of law, respect for human rights and peace and security;
* are based on time-bound and measurable targets accompanied by indicators for monitoring progress; and
* bring together, in the eighth Goal, the responsibilities of developing countries with those of developed countries, founded on a global partnership endorsed at the International Conference on Financing for Development in Monterrey, Mexico in March 2002, and again at the Johannesburg World Summit on Sustainable Development in August 2002.
--> bis 2015. Weltweit fehlt ein enormer Betrag, um diese tatsächlich zu erreichen. Ausserdem stehen sie mit Recht zum Teil in starker Kritik.
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(1) Hierfür ist - meiner Ansicht nach - wiederum das herrschende Finanz- und Geldsystem verantwortlich.