Die beiden Diskussionsforen auf dieser Website sind nach demokratischen Prinzipien offen ausgelegt. Das bedeutet, dass die Richtung der Forschungen nicht strikt vorgegeben ist, sondern aus evidenten Gründen je nach Interesse der Teilnehmer erfolgt. Dennoch weisen die Informationsmaterialien, die ich auf dieser Homepage nach jahrelangem Sammeln und Archivieren zur Verfügung stelle, eine gewisse Tendenz auf, die mein persönliches Erkenntnisinteresse widerspiegelt:
Grundlegend handelt es sich dabei immer um einen aufklärerischen Ansatz, es geht also darum
Licht ins Dunkel einer immer komplexeren Welt (Interdependezen) zu bringen, und zwar
entsprechend des Imperativ, Freiheit und Selbstverantwortung im positiven Sinn zu steigern.
„Sapere aude!“, war der Spruch der Aufklärer, der in der berühmten Übersetzung Kants lautet:
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (zum Zwecke der Befreiung aus der
selbst verschuldeten Unmündigkeit)....
Wie ist das zu erreichen?
Im ungefähren Sinne einer phänomenologischen Reduktion ist vielleicht der erste Schritt auf diesem
Weg das „sich-entledigen“ von möglichst allem Vorwissen, Vorerfahrung und Vorempfinden.
Das ist natürlich nicht ohne weiteres möglich, durchdringt doch der jeweilige Diskurs schlicht alles
(Foucault) - bis hinein in die physische Anatomie der Weltrezeption und Weltwiedergabe (Gesten,
Verhalten, Mimik, Wortwahl, Stil, Grammatik, Empfindungen, Insitutionen).
Ich bin dennoch überzeugt, dass eine so intendierte Selbstrelativierung, verbunden mit einem
bewussten „Nicht-Tun“ althergebrachten Verhaltens, Muster und Diskurse, ein gangbarer Weg ist,
der zu Offenheit, Mut und Willen führt, gänzliches Neues und Ungewohntes zuzulassen.
Eine solche Perspektive und Unterfangen kann folgerichtig niemals zulassen, dass es so etwas wie
nackte Tatsachen, Fakten, Objektivität oder unabänderliche Naturgesetze gäbe, sofern diese nicht
als sozial konstruiert angesehen werden.
Denn wir dürfen niemals vergessen, dass wir nur 5 Sinne, sowie nur etwa 15% unseres Hirns
„bewusst“ verwenden, bzw. kennen!
Wer diesen Weg einschlägt, wird sich vielleicht (wie ich, nach jahrelangem Üben darin :) mit folgenden Fragen zu Beginn des 21. Jahrhunderts konfrontiert sehen – ohne dabei zu übersehen, dass es auf viele Fragen vielleicht gar keine Antwort geben kann, dass aber dennoch die unumgängliche Beschäftigung damit das ist, was im Leben einzig sinnvoll erscheint:
→ Ist eine andere Welt möglich? Gibt es alternative geisteswissenschaftliche und
naturwissenschaftliche Diskurse, die bewusst oder unbewusst schon je her ausgeklammert und
vergessen wurden? Wie wäre eine solche Geschichte zu schreiben? ( = übrigens ein langfristiges
Buchprojekt von mir.)
z.B: „Gilt“ als „Tatsache“, dass die Besiedelung Amerikas über die Beringstrasse stattfand, das
scheint aber eigentlich kaum mehr haltbar...
z.B: Gibt es wirklich nur eine beschränkte Menge Erdöl?
z.B.: Kann man mit irdischen Mitteln jemals per definitionem außer-irdisches Leben aufspüren?
→ Wie sind die immer nur Angst erzeugenden Begriffe von Sünde, Schuld, Reue in einem funktionalen Sinn aus der Welt zu räumen, gibt es doch niemals so etwas wie eine notwendigerweise zu bereuende „falsche Wahl“, (weil im Nachhinein sowieso immer die Konsequenz auszubaden ist und daher der Blick in die Vergangenheit nur lähmt) und wie können sie gleichzeitig durch eine auf Eigenverantwortung basierende Ethik ersetzt werden, mit dem Ziel, dass dennoch jeder die Freiheit anderer achtet?
→ Wie kann der ewig präsente Gegensatz zwischen Feind und Freund (Carl Schmitt), zwischen Nacht und Tag, zwischen Gut und Schlecht, Knecht und Herr (Hegel, Marx) endlich überwunden werden, indem er als positiver, notwendiger Antagonismus in fruchtbare Praktiken umgewandelt, aber dennoch (endlich) transzendiert wird? → Damit verbunden, wie kann das hegemonial-globale, wie ebenso langweilige Spiel um Anerkennung, Leistung und Macht in die sinnvolle Suche nach funktionelleren Lebensformen und Organisationsweisen transformiert werden?
→ Wie kann endlich eine nicht bloß naive zweiwertige Logik aussehen (also 0 und 1, aus und an),
wie sie sich momentan kraft unserer Computer in die ganze Welt hegemonisiert hat? Und zwar in
formal-mathematischen Sinn, wie aber auch in deren möglichen Ableitungen für die Felder der
Politik, Ökonomie, Sozialwissenschaften (Statistik!), etc.
Wie lässt sich der Satz des „tertium non datur“ überwinden?!
→ Damit verbunden sind alle Fragen des ewigen Gegensatz um Quantität und Qualität, die
vermutlich in Wirklichkeit einzige und brennendste Frage der gesamten Menschheit, lässt sich doch
jedes Problem auf ein Reichweitenproblem dieser beiden Kriterien herunter brechen.
Hierein fällt auch die Frage nach Universalem und Partikularem.
→ Die Erforschung des universalen Phänomens des Traumes, als bislang nicht weiter beachtete Zweitrealität, deren Charakter nicht geklärt ist, deren neuro-biologischer Zugang nur über die Frage des: „Träumen Sie gerade?“ möglich ist. Mein These lautet: Wir leben die ganze Zeit nur in der Hälfte unserer Realität, indem wir die (mindestens) zweite Hälfte weder erforschen noch uns bewusst machen- im Gegenteil bewusst unbewusst machen.
→ Wie kann der seit Jahrhunderten bestehende, und angesichts des Weltzustands erkennbare, folgenschwere Gegensatz zwischen Geist und Körper (Descartes, Locke) wieder mittels einer Art Reformation (Zweit-Aufklärung) überwunden werden?
→ Wie lassen sich Paradoxa, scheinbare Widersprüche, in eine konsistente Logik („sowohl-als
auch“, statt „entweder-oder“) verpacken und als Philosophie beschreiben; Wie kann die
Spannung der Frage wieder neu ausgehalten werden?
Ist dies ohne die Setzung eines Götzen, eines oder mehrerer Götter möglich?
→ Wie kann man das Diktum der Entwicklung, des Fortschritts neu formulieren?
Warum soll es angeblich primitive frühere Hochkulturen gegeben haben? Was wäre von denen zu
lernen, was wir heute angeblich überwunden hätten?
→ Wie lassen sich die Erkenntnisse und Ergebnisse der Entwicklungsforschung für alle anderen Disziplinen nutzbar machen? Kann man etwa als wissenschaftstheoretisches Paradigma, bzw. z.B. als Qualitätsmerkmal, fordern, dass wissenschaftliche Ergebnisse auf ihr humanes Entwicklungspotential, auf die Prüfung und Angabe von Verteilung von Chancen und Zugangsmöglichkeiten hin untersucht werden?
Daraus ergeben sich Unmengen an realpolitischen und globalen Fragen, unter Anderem:
→ Wieso gibt es eine Weltklimaproblematik? Was ist dran, wie sieht die Zukunft aus, wie kann man damit umgehen?
→ Was ist (d)eine Weltfinanzkrise? Findet nur eine massive Umverteilung statt, der größte Raubzug der Geschichte? Wer profitiert, wer nicht und warum? Wurden wir Jahrzehntelang belogen oder doch nicht?
→ Wird es einen globalen Krieg geben, oder gerade nicht, weil es davor zum Schreckensszenario einer globalen Totalität kommt, wo der paradoxerweise „erlösende“ Krieg gar nicht mehr möglich sein wird? Wie sieht es in diesem Zusammenhang mit technischen Entwicklungen aus? Totale Überwachung und/oder Potential zur Gegenmacht?
→ Wie können neue nationale, post-nationale, transnationale und globale politische
Organisationsformen aussehen, den Geist der Freiheit dabei vorausgesetzt? Wie sehen neue
Diskussions-, Willensbildungs-, und Machtausübungsformen aus? Wie funktionieren sie? WER
bestimmt den Diskurs? Wie können vernünftige Gegenmodelle aussehen?
Und das alles kann wie aussehen, angenommen es gibt bald einen globalen Crash und eine
komplette Neuordnung der Mächte....?
Eine zentrale Aufgabe meines Projekts besteht darin, langfristige Pläne für die Zeit nach einem
möglichen worst case Szenario zu entwickeln.
→ Eine entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist, was Terrorismus ist und was er sein
kann? Wer erklärt warum, wann und wen zum Terroristen?
Eine unglaublich wichtige Frage scheint deshalb zu sein, was am 09.11.01 und davor tatsächlich
passiert ist?
Die Auswirkungen dieses Dramas sind erst auf den 2. oder 3. Blick erfassbar, bildet die jeweilige
Antwort darauf doch erst die Prämisse für jede weitere politische, kriegerische, ideologische,
ökonomisch-soziale Antwort, die seither gegeben bzw. eingenommen wurde.
Da eine, natürlich immer nur vorläufige und dabei noch vermutlich konträre, Antwort auf diese Fragen nur mittels umfassender Bildung und Informationsteilung möglich scheint, erklärt sich nun erstens nicht nur die Intention dieser Website in weiterem Sinn, sondern daran knüpfen sich auch direkt Fragen bezüglich Bildung per se:
→ Was ist Ideologie, was ist Bildung? Wie lernt man Denken, und was ist Wissen?
→ Wie lässt sich Bildung reformieren, transformieren und organisieren? Wie lässt sich Akzeptanz und Stellenwert heben, wie transkulturell und post-national gestalten?
→ Wie lässt sich Bildung von Einbildung trennen, wenn doch Wissen und Glauben dasselbe ist? (Es
gibt nämlich nur verobjektivierte, d.h. sozial konstruierte und akzeptierte Objektivität.)
Wie lässt sich diese Ansicht breitenwirksam als gültig akzeptiert etablieren?
Besser gesagt, wie lässt sich Einbildung positiv gestalten (vgl. diese Website :) ?
→ Bezüglich der ausgebeuteten und ärmeren Länder und Regionen: Es gibt die These, das alles was die Menschen dort in Wahrheit bräuchten, Schreibmittel wären, eigene Übersetzer, eigenständige Medien, eigenständige Verlage, etc., jedenfalls nie wieder fremdbestimmte Entwicklungshilfe bzw. „Kooperation“. Aber wie wäre das zu erreichen? Wer bestimmt aber wiederum und warum den Post-Development-Diskurs?
→ Kurzum: Wie lässt sich die Welt in einem offenen, individuell eigenverantwortlichen, kosmopolitischen, freundschaftlichen, angstfreien, reich an gerecht verteilten Ressourcen (Wissen, Glauben, Macht, Kapital, Kultur, Soziales, Ernährung, Gesundheit) politisch wohl überlegten Permanent-Polylog organisieren?
→ Und, wie konnte aus der Idee der Weltverbesserung jemals ein Tabu werden?*
* Wobei gemäß meiner hier aufgeworfenen Fragen natürlich gar nicht die Rede von „besser“ oder „schlechter“ sein kann, und wenn, dann sind die Kategorien „besser“ oder „schlechter“ immer nur besser oder schlecht für jemanden.
